VW Geld zurück nach EuGH und BGH-Urteilen LV-Widerruf Abgasskandal Dieselskandal

AUDI

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Audi ist mittlerweile umfangreich in den Abgasskandal verwickelt. Zunächst waren es nur Diesel, doch inzwischen sind auch die Benzinmotoren negativ aufgefallen. Zehntausende Audi Diesel wurden bereits verpflichtend zurückgerufen. Betroffene Halter haben Anspruch auf Schadensersatz.

Die folgenden Diesel Modelle von Audi sind im Abgasskandal betroffen:

  • A1

  • A3

  • A4

  • A5

  • A6

  • A7

  • A8

  • Q3

  • Q5

  • SQ5

  • Q7

  • S6

  • S7

  • TT


Die betroffenen Motoren:

EA189

Der EA189 ist der wohl bekannteste Motor im Abgasskandal. Ende 2015 wurde der Dieselskandal bekannt, der sich ursprünglich nur um diesen Motor drehte. Doch mit der Zeit weitete sich der VW-Abgasskandal nicht nur auf andere Hersteller wie Daimler aus, sondern auch auf weitere VW Motoren. Mit Urteil vom 25. Mai 2020 machte der Bundesgerichtshof klar, dass VW mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung im EA189 seine Kunden getäuscht hatte und deshalb aufgrund von vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung Schadensersatz zahlen muss. Der EA189 wurde jedoch nicht nur in VW Fahrzeugen, Seat und Skoda Modellen, sondern auch bei Audi genutzt. Die vielen Pflichtrückrufe für Audis mit diesem Motor zeigen die Betroffenheit. A1 bis A6, dazu Q3, Q5 und TT – sie alle nutzen unter Anderen den EA189 und sind somit direkt vom Abgas-Skandal betroffen.

EA288

Der EA288 ist der Nachfolgemotor des EA189 und sorgt für eine Art Abgasskandal 2.0. Erst 2020 nahm dieser Fahrt auf, nachdem bekannt wurde, dass VW bereits 2018 von einem Landgericht auch bei diesem Motor zu Schadensersatz verurteilt wurde. Weitere Urteile folgten dann 2020. Einen Pflichtrückruf für den EA288 gibt es bisher nur für den T6 von VW. Nimmt man die Urteile und Ermittlungen des KBA als Basis, wird es aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch hier weitere Pflichtrückrufe folgen. So gab es kurz vor Weihnachten 2019 bereits eine Razzia der Staatsanwaltschaft Braunschweig bei VW – Grund waren Ermittlungen zum EA288.

EA896 (2.7 & 3.0 Liter V6) Euro 4 und Euro 5

Bereits kurz nach Ausbruch des VW-Abgasskandals gab Audi gegenüber US-Ermittlern zu, dass auch die größeren 3.0 Liter Motoren manipuliert seien. Zahlreiche Rückrufe für diese Motoren folgten auch in Deutschland (unter dem Code 23X6). Immer mehr Gerichte befassen sich zudem mit dem EA896 und es gibt bereits erste Urteile. Das OLG Karlsruhe hat ein Sachverständigengutachten angefordert, das feststellen soll, ob der EA896 und der EA897 ebenfalls über unzulässige Abschalteinrichtungen verfügen – wie es die vielen Rückrufe nahelegen. Die Landgerichte Lüneburg und Ingolstadt sprachen bereits explizit bei Fahrzeugen mit dem Motor EA896 Schadensersatz zu und sahen ebenso wie bei den kleineren Motoren eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung. Die größeren Motoren sind von Audi entwickelt worden, werden aber auch in VW Modellen verwendet.

EA897 (3.0 Liter V6) Euro 5 und Euro 6

Bei Fahrzeugen mit dem EA897 sind sowohl solche mit der Abgasnorm Euro 5, als auch solche mit der Abgasnorm Euro 6 von Pflichtrückrufen betroffen. Zu finden ist dieser Motor in den Audi Modellen A4, A5, A6, A7 und A8, sowie in den Modellen Q5 und Q7. Zusätzlich nutzen die drei Porsche Modelle Panamera, Cayenne und Macan und die VW Modelle Touareg II, Amarok und Phaeton diesen Motor. Zum EA897 gibt es bereits zahlreiche Schadensersatzurteile auf Landgerichtebene und sogar ein rechtskräftiges Urteil des OLG Koblenz. Am 05.06.2020 verurteilte das OLG Koblenz die Audi AG für einen manipulierten Audi SQ5 3.0 TDI mit EA897 Motor zu Schadensersatz.

V8 4,2L TDI Euro 5 und Euro 6

Von Pflichtrückrufen betroffen sind ebenfalls 4.2 L V8 Motoren, verbaut im Audi A8 und im Porsche Cayenne. Zum Porsche Cayenne 4.2 mit der Abgasnorm Euro 6 gibt es ebenfalls schon Urteile. Auch der ganz große Motor ist somit in den Audi Abgasskandal verwickelt.

Der Audi Abgasskandal im Überblick:

März 2017:

Im März 2017 nimmt der Audi Abgas-Skandal auch in Deutschland Fahrt auf. Ermittler der Staatsanwaltschaft München durchsuchen die Konzernzentrale in Ingolstadt. Der Verdacht lautet auf Betrug und strafbarer Werbung. Die Vorwürfe beziehen sich dabei jedoch noch immer ausschließlich auf den amerikanischen Markt.

Sommer 2017:

Erste konkrete Vorwürfe bezüglich des deutschen Marktes folgen bald. Im Sommer 2017 verkündet der damalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt, dass Audi bei 24.000 Fahrzeugen mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet habe. Diese müssen deshalb zurückgerufen werden. Ein erster Mitarbeiter von Audi wird festgenommen. Als sei dies noch nicht genug, wird ebenfalls im Sommer 2017 der Vorwurf der EU-Kommission der Kartellbildung an deutsche Autobauer bekannt, darunter auch die Audi AG.

September 2017:

Inzwischen laufen mehrere Strafverfahren gegen Audi. Es wird gegen mehrere Mitarbeiter ermittelt. Zudem läuft auch ein Bußgeldverfahren gegen die Audi AG direkt. Im September 2017 folgen eine weitere Verhaftung und weitere Durchsuchungen bei Audi.

Januar 2018:

Im Januar 2018 folgt dann der erste große Pflichtrückruf. Das KBA hat in zahlreichen Modellen mit der Abgasnorm Euro 6 unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt. 130.000 Fahrzeuge müssen deshalb zurück in die Werkstatt, um ein Software-Update zu bekommen. Innerhalb von wenigen Wochen kommt es zu drei Razzien bei Audi – die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden immer weiter ausgeweitet. Im Juni muss Audi auf Druck des KBA weitere 30.000 Autos zurückrufen.

Sommer 2018:

Am 18. Juni 2018 folgt dann der Knall – Audi-Chef Rupert Stadler wird festgenommen. Es bestehe Verdunkelungsgefahr im Dieselskandal. Letztendlich wird Stadler vier Monate im Gefängnis verbringen müssen und wird erst im Oktober entlassen werden. Kurz vor seiner Entlassung ringt sich Audi endlich dazu durch, sich von seinem Vorstandschef zu trennen. Ebenfalls im Oktober 2018 stellt die Staatsanwaltschaft München ihr Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Audi AG ein. Der Konzern muss ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro zahlen.

Anfang und Mitte 2019:

Zurück in die USA: Im Januar 2019 werden dort vier ehemalige Audi-Mitarbeiter angeklagt, die in die Motorenentwicklung involviert waren. Im Sommer 2019 zahlt der VW-Konzern eine Milliarde Dollar an amerikanische Kunden, die manipulierte 3.0 Liter Modelle gekauft hatten – in erster Linie ging es dabei um Audi Modelle. Ex-Audi-Chef Rupert Stadler wird am 31.07.2019 von der Staatsanwaltschaft München zusammen mit zwei weiteren ehemaligen und einem aktuellen Audi Mitarbeiter angeklagt.

Ende 2019:

Inzwischen hat sich der VW-Abgasskandal mehr und mehr zu einem Audi-Abgasskandal entwickelt. Es wird bekannt, dass das Kraftfahrt-Bundesamt bei der VW-Tochter nicht besonders intensiv hingesehen hat und der Aufforderung des KBA aus 2017, zehntausende Autos mit einem Software-Update auszurüsten, ist Audi fast zwei Jahre später noch immer nicht nachgekommen. Unter Druck gesetzt fühlt sich Audi vom KBA offenbar nicht und scheint die Rückrufbescheide kaum ernst zu nehmen. Im November 2019 folgt der nächste Rückrufbescheid – dieses Mal für 40.000 Euro 4 Modelle von Audi.

Anfang 2020:

Anfang 2020 wird bekannt, dass auch der Nachfolgemotor des EA189, nämlich der EA288 über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt. Dieser Motor ist auch in zahlreichen Audi-Modellen verbaut worden. Es entwickelt sich ein Dieselskandal 2.0. Im Laufe des Jahres verurteilen immer wieder Gerichte die Volkswagen AG zu Schadensersatz auch bei Fahrzeugen mit dem EA288 Motor.

September 2020:

Im September 2020 beginnt vor dem Landgericht München der Prozess gegen den ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler und drei weitere Angeklagte. Stadler versucht seinen Prozess abtrennen zu lassen, scheitert jedoch mit seinem Antrag. Bis es zu einem Urteil kommt, werden aber wohl mindestens zwei Jahre vergehen.